Call of Duty 4: Modern Warfare
Games | review | 26.11.07 - 00:00:00 |
Dass sich 2te Weltkriegsszenarien weitgehend abgenützt zu haben scheinen, war wohl auch zu Activision und Infinity Ward vorgedrungen, was wohl dazu führte sich zu neuen Ufern vorzuwagen und Call of Duty 4 in ein gänzlich anderes Szenario zu packen. Nachdem wir den Titel auf Herz und Nieren geprüft und einem ausführlichen Test unterzogen haben, bleibt an dieser Stelle nur mehr zu sagen: „Well done!“
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Back to the roots?

Sequenzen wie diese sehen nicht nur fantastisch aus sondern tragen maßgeblich zur grandiosen Atmosphäre bei.
Relativ schnell wird dem Spieler klar, dass sich Call of Duty 4, was die Story und die Erzählweise der packenden Geschichte angeht, von seinen Vorgängern deutlich abhebt. Das zweite Weltkriegsszenario wurde beiseite geschoben und die Helden des Spiels in eine fiktive Gegenwart versetzt. Sowohl Russland als auch der Balkan sind einige Schauplätze der Handlung und lassen euch die wohl durchdachte Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erleben: Die beiden Hauptprotagonisten, die euch zur Auswahl stehen, sind Sgt. Paul Jackson des USMC ( United States Marine Corps ) und Sgt. John alias „Soap“ Mac Tavish des Special Air Service S.A.S. Zusätzlich dazu schlüpft ihr in die Rolle von Ltd. Price, ebenfalls Mitglied des S.A.S. um als Scharfschütze in einer Mission 15 Jahre in die Vergangenheit katapultiert zu werden und einen Terroristen zu eliminieren. Doch alles der Reihe nach ...
Packende Story

Aus der Deckung heraus zu agieren ist bei Call of Duty4 unumgänglich und für den Erfolg eurer Missionen zwingend notwendig.
Der Entschluss der Entwickler, die Handlung von Call of Duty 4 in die Gegenwart zu transferieren und sich somit selbst an die Entwicklung einer dramaturgischen Handlung zu setzen, ohne des Damoklesschwert des zweiten Weltkrieges über dem Spiel schwebend zu wissen, war meiner Meinung nach ein voller Erfolg: Die Story versetzt euch unmittelbar in den aufkeimenden Konflikt zwischen russischen Ultranationalisten, angeführt vom Terroristen Imran Zakhaev, und der russischen Regierung sowie Unruhen in den Balkanstaaten: Die Ermordung von Al Fulani, seines Zeichens Präsident eines krisengeschüttelten Balkanstaates, durch Zakhaevs Verbündeten Al-Asad veranlasst sowohl die amerikanische als auch die britische Regierung dazu umgehend Maßnahmen zu ergreifen und ihre besten Männer auf die Sache anzusetzen: Und da kommt ihr ins Spiel! Als Sgt. Paul Jackson sowie Ltd. Soap MacTavish taucht ihr immer tiefer in die verstrickte Geschichte rund um die Aufstände der russischen Rebellen und die Konspiration im nahen Osten ein und versucht, neben der Befreiung eines gefangen genommenen Informanten, dem Terror in Person von Al-Asad Einhalt zu gebieten und diesen unschädlich zu machen.
Grenzbereich des „Storytelling“
Eure Geschichte in Call of Duty4 beginnt mit einem knackig kurzen Tutorial als Sgt. „Soap“ MacTavish, in welchem euch die wichtigsten Steuerungselemente sowie der Umgang mit verschiedenen Waffen as fast as possible näher gebracht werden und ihr zum ersten Mal die Mitglieder eurer Spezialeinheit näher kennen lernt. Hier werdet ihr auch einem kleinen Geschicklichkeitstest unterzogen, wonach euch das Spiel einen für euch passenden Schwierigkeitsgrad für den Rest der Kampagne vorschlägt. Sofort nach Beendigung dieser für den ein oder anderen vielleicht lästigen Einführung wird deutlich, dass Call of Duty 4 sich anschickt, dem Spieler nicht das übliche Ego- Shooter Schonkost Programm vorzusetzen: Die Wartezeiten zwischen den einzelnen Missionen werden durch filmartige Beiträge über die kommenden Aufgaben in Form von Mission-Briefings deutlich verkürzt und lassen die packende Atmosphäre des Spiels auch zwischen euren Einsätzen also nicht abreißen. Ist das Mission-Briefing, gespickt mit zahlreichen Hintergrundinformationen und taktischen Anweisungen, erst einmal erledigt befinden wir uns auch schon mitten auf hoher See und seilen uns bei einem furchtbaren Unwetter mit meterhohem Seegang von unserem Hubschrauber auf einen Frachter ab, wo geheime Dokumente aus dem Rumpf des Schiffes geborgen werden sollen. Nach erfolgreichem Erledigen unseren Auftrages verlassen wir dann auch schnellst möglich wieder das im wahrsten Sinne des Wortes sinkende Schiff. Danach erlebt man als Spieler hautnah mit, wie der Präsident eines Balkanstaates von dem Terroristen Al-Asad live im Fernsehen hingerichtet wird, und zwar aus der Ego-Perspektive!, was sofort wieder den nächsten Einsatz der Spezialeinheit zur Folge hat.
Eine ähnliche „Sequenz“ bekommt ihr zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vorgesetzt, als ihr euch als Soldat nach einem Helikopter Absturz euren Weg aus den Trümmern in die Freiheit zu bahnen versucht und die Auswirkungen des Krieges in beklemmender Art und Weise aufs Neue vorgeführt bekommt.
Wohl wissend, dass solche Szenen in einem Spiel und diese Art der Inszenierung von Gewalt nicht ohne Kritik auskommen werden, haben die Entwickler eben gerade durch den Einsatz solcher Stilmittel und solcher Zwischensequenzen eine beeindruckende, ja fast erdrückende und gewaltkritische Atmosphäre geschaffen, die meiner Meinung nach ihres Gleichen sucht und keinen Vergleich zu scheuen braucht.
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