King Arthur – The Role Playing Wargame
Games | review | 09.03.10 - 16:54:20 |
"Ein König auserkoren das Land zu einen." Die Sage von König Arthur ist fast jedem Mittelalterfreund wohl bekannt und wurde bereits mehr als einmal verfilmt oder in einem dicken Wälzer auf die eine oder andere Art durch den Kakao gezogen. Nun erschien vor kurzem ebenfalls ein Rundenstrategietitel von Ubisoft, das auf den ellenlangen Namen King Arthur - The Roleplaying Wargame“ hört. Ob man solch eine dichte Hintergrundstory ausgerechnet in solch ein Spielgenre packen sollte? Wir haben es herausgefunden.
|
Die Geschichte von König Arthus von Anfang bis Ende

Die Schlachtfelder sind gewohnt großflächig angelegt und kommen mit verschiedenen Vegetationsformen daher.
Wie der Name schon sagt, geht es in King Arthur - The Role-Playing Wargame um die Geschichte des allseits bekannten Königs Britanniens. Und zwar von dem anfänglichen Aufstieg bis hin zum Höhepunkt seiner Macht und seines Todes durch seinen hinterlistigen Sohn Mordred. Selbstverständlich sind hier allerlei bekannte Kriege enthalten, die jeder König Arthur Fan kennen sollte: Sowohl die fiesen Sachsen, die von der Insel vertrieben werden sollen, als auch jede Menge rebellische Warlords – man erinnert sich an die Schlacht von Bedegraine – sind mit von der Partie. Endgültiges Ziel des Rundentitels ist die komplette Eroberung Britanniens, die storytechnisch durch diverse Leseschnipsel, welche nach und nach und der Situation entsprechend aufpoppen, vorangetrieben wird. Hier hätte man sich vor allem mehr Vertonung und die eine oder andere Videosequenz mehr gewünscht, um seinen Fokus voll und ganz auf heikle Schlachten, dem Wirtschaftssystem und den Dutzenden anderen Aufgaben legen zu können. Immerhin ist der Storytext recht überschaubar gehalten, sodass man trotz relativer Eintönigkeit nicht wirklich das Gefühl hat, einen Roman vor sich zu haben.
Klassische Rundenstrategie trifft auf nostalgisches Textquesten

Die Kavallerie macht mit Bogenschützen und leichten Truppen kurzen Prozess.
Der Hauptfokus von King Arthur liegt selbstverständlich auf der Einzelspielerkampagne und reiht sich vom reinen Spielprinzip her in das typische Rundenstrategie-Genre ein. Ihr beginnt euren langen Feldzug auf einer 2-D-Übersichtskarte von Cornwell aus, nehmt kleinere Provinzen ein, schließt Bündnisse, baut eure Ländereien aus und werdet nebenbei anhand des Tutorials nach und nach mit der Welt von King Arthur – Roleplaying Wargame vertraut gemacht. Die erste wirkliche Neuerung des von dem amerikanischen Entwickler Neocore Games programmierten Titels seht ihr dabei schon nach wenigen Spielrunden. Denn ihr bekommt nicht nur einfache Aufträge, Bündnisanfragen und Kriegserklärung auf den Bildschirm, sondern allerlei zusätzliche Aufgaben, die einzigartige Entscheidungen von euch verlangen und das weitere Spielgeschehen bis zum bitteren Ende nachhaltig beeinflussen. Auf der detaillierten Map als Schriftrollen zu sehen, zieht ihr mit euren Truppen zu kleinen Quests. Dort angekommen, entscheidet ihr zunächst, welcher Ritter der Tafelrunde aus euren Reihen – welche ihr euch erst mal unter eure Fahne vereinen müsst – die vorliegende Aufgabe bewältigen soll. Danach geht’s zum questen und zwar in „Textform“. Ein bisschen wie im klassischen Pen&Paper-Rollenspielstyle wird euch eine Situation näher erläutert und ihr müsst euch daraufhin aus mehreren Auswahlmöglichkeiten eine aussuchen, die den weiteren Verlauf in die eine oder andere Richtung lenkt. Am Ende kommt es dann entweder zum Fight, zu einer Belohnung oder wichtigen Information oder ihr bekommt die Möglichkeit, neue Soldaten und/oder Helden in euren Reihen begrüßen zu dürfen. Klingt eigentlich ganz cool, macht Spaß und erhöht obendrein noch den Wiederspielwert. Die Lesemuffel unter euch sollten den Questpart ebenfalls auf gar keinen Fall überspringen, indem sie wahllos herumklicken, da die getroffenen Entscheidungen den weiteren Spielverlauf extrem beeinflussen können. Das geht teilweise soweit, dass ihr das Gleichgewicht zwischen euch und den anderen Cyberherrschern derart verschiebt, dass ein neu laden zu einem früheren Spielstand oftmals die sinnvollste Lösung bietet. Deshalb unser persönlicher Tipp: Immer vor einer Textquest speichern, damit im Nachhinein kein Frust aufkommt. Zumal der Schwierigkeitsgrad schon im leichtesten Modus recht knackig ausfällt und vor allem Genreneulinge schnell das Fürchten lehrt.
Kommentar schreiben | Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Hier geht es zur Anmeldung oder zum Login.