Dragon Quest IX: Hüter des Himmels
Games | review | 24.07.10 - 19:35:57 |
Auf in den Himmel! Dragon Quest geizte noch nie mit religiösen Untertönen, aber diesmal werden sie auf die Spitze getrieben. Seid ihr bereit für das Leben als Engel?
|
Es gibt nur eine Spielserie, die im Land der aufgehenden Sonne dem scheinbar übermächtigen Final Fantasy das Wasser reichen kann. Ihr Name? Dragon Quest. Mit IX erscheint nun mit fast einem Jahr Verspätung auch bei uns der aktuelle Teil der Serie, bei der Tradition über alles geht. Doch ist Hüter des Himmels die Revolution, des Spielprinzips, als die es angekündigt wurde? Wir haben für euch den Himmel gehütet und uns mitten ins Abenteuer gestürzt.
Bist du ein Engel?

Am Anfang war die Charaktererstellung - untypisch für ein J-RPG.
Dragon Quest war schon immer ein religiös angehauchtes Spiel – oder kennt ihr eine andere Serie, in der ihr speichert, indem ihr euch zum lokalen Tempel begebt und dort eine Beichte ablegt? Dragon Quest IX schießt hier allerdings den Vogel ab, denn diesmal seid ihr kein mystischer Held auf einer epischen Reise, sondern ein Engelswesen, besser bekannt als „Himmlischer“. Als solcher ist es eure Aufgabe, das kleine Dörfchen Engelsfälle vor allem Unheil zu bewahren und für seine Bewohner zu sorgen. Diese ersten Sequenzen bereiten euch auf das kommende große Abenteuer vor und bringen euch das Handwerkszeug bei: Wahlweise per Steuerkreuz oder Stylus steuert ihr euren Helden durch die Straßen der Stadt, und löst Aktionen aus, indem ihr die aufploppende Blase antippt, wenn ihr nahe genug an der Figur/dem Objekt seid. Natürlich begeht ihr eure guten Taten nicht ganz grundlos: Ihr sammelt Benefizit – kristallisierte Dankbarkeit –, das die Himmlischen dem Weltenbaum Yggdrasil darbringen, in der Hoffnung, dass er eines Tages Früchte tragen wird und die Engel mit dem Himmlischen Gefährt in das Reich des Allmächtigen gelangen können. Doch als der Baum tatsächlich Früchte bekommt, bricht Chaos aus: der Sternenexpress zerfällt, das Observatorium der Himmlischen erzittert unter einem gewaltigen Beben, und ihr fallt vom Himmel und erwacht als Sterblicher. Das heißt, fast: Zwar habt ihr euren Heiligenschein sowie die Flügel verloren und könnt von Menschen gesehen werden, einige Fähigkeiten verbleiben euch noch. Das bringt euch schon bald in Kontakt mit der Fee Stella, die den Sternenexpress steuerte. Gemeinsam mit ihr zieht ihr nun aus, um genug Benefizit zu sammeln und den Zug wieder fahrtauglich zu machen, damit ihr wieder in das Reich der Himmlischen gelangt.
Tradition …

Das Kampfsystem ist rundenbasiert und eher taktisch denn hektisch.
An dieser Stelle wollen wir aber auch die Story nicht weiter verraten – aus zwei Gründen: Erstens wollen wir euch selbstverständlich selbst erleben lassen, wie die Geschichte rund um unseren gefallenen Engel ausgeht, und zweitens ist die Handlung – wie in den meisten Dragon Quest-Teilen – ohnehin eher nebensächlich. Während in Final Fantasy oft die Story der eigentliche Grund ist, warum man das Spiel durchspielt, ist Dragon Quest ein Titel für Rollenspieler, denen es primär um das Gameplay an sich geht. Dass sich dieses im Vergleich zu den Vorgängern fast nicht verändert hat, gehört zum guten Ton der traditionsbewussten Serie, sodass Veteranen sich schnell zurechtfinden werden: Gespeichert wird in der Kirche, gerastet im Gasthaus, und die entsprechenden Läden führen Items sowie Waffen und Rüstungen, mit denen ihr euch ausstatten könnt und die diesmal – eine Neuerung – stets auf euren Charakteren sichtbar sind. Neueinsteiger erwartet allerdings – mangels eines echten Tutorials – ein wenig Einarbeitungszeit in das System, bis ihr euer optimales Setup herausgefunden habt.
Kommentar schreiben | Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Hier geht es zur Anmeldung oder zum Login.