StarCraft II
Games | review | 29.07.10 - 19:58:05 |
StarCraft II ist das beste Echtzeitstrategiespiel aller Zeiten. Was meint ihr? Der Satz ist nicht ausreichend für ein Review? Aber der Marketing-Abteilung von Blizzard gefällt er sicher gut. Autsch. Gerade hat mich eine virtuelle Dawn of War Fan-Tomate getroffen und die Supreme Commander Anhängerschaft hat ihre Waffen bereits im Anschlag ... ich kann es spüren. Aber lasst mich erklären.
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Lärmbelästigung

Große Innovationen bleiben aus - Kenner fühlen sich auf dem Schlachtfeld sofort heimisch
Nach den letzten Wochen müssen sich Nicht-StarCraft-Spieler schon stark belästigt fühlen. Sämtliche Websites sind SC-gebrandet und im TV scheint auch nichts anderes mehr zu laufen, als die Werbung für das Spiel. Alles Hype, oder steckt hinter dem neuesten Blizzard-Game wirklich die RTS-Offenbarung? Sagen wir mal so, das Genre wird in jedem Fall nicht neu erfunden. Obwohl etliche neue Einheiten zur Verfügung stehen und auch an den Gebäuden kräftig geschraubt wurde spielt sich StarCraft II seinem Vorgänger sehr ähnlich. Man muss – im Gegensatz zu vielen aktuellen Beispielen – in den meisten Missionen noch immer eine Basis hochziehen, bzw. Mineralien abbauen, mit denen man neue Einheiten in die Schlacht schicken kann. Manchmal dürft ihr jedoch auch nur einen einzelnen Soldaten, bzw. eine kleine Gruppe befehligen, die dann zwar auch weniger Feinde zu bekämpfen hat, sich aber geschickter anstellen muss, da es in diesen Abschnitten keine nachrückenden Verstärkungen gibt. Insgesamt sind die 26 Missionen sehr abwechslungsreich ausgefallen und drei Mal dürft ihr euch sogar entscheiden, wie ihr eine Aufgabe angehen wollt. Das wirkt sich nicht maßgeblich auf die Story aus, dennoch vermittelt es eine gewisse Dynamik.
Alte Bekannte

Die gerenderten Cutscenes sind einfach unfassbar gut...
Die Story, die all die erwähnten Missionen verbindet, kommt langsam in Gang, entwickelt sich aber gut und führt auch in ein gelungenes Finale – welches jedoch einige Fragen offen lässt. Blizzard will ja schließlich noch zwei weitere Teile nach Wings of Liberty verkaufen. Ihr erlebt die Geschichte aus der Sicht von Jim Raynor, einem Kriegsveteranen aus Teil eins. Dieser trifft neben seiner alten Liebe Kerrigan, die bekanntermaßen aktuell die Zerg, eine der zwei Alienrassen im Spiel, in den Krieg gegen die Menschheit führt, auch den alten Imperator Arcturus Mengsk, mit dem Raynor noch eine Rechnung offen hat. Im Gegensatz zu Teil eins, wo nur wenige Zwischensequenzen zu sehen waren, geizt die Fortsetzung keineswegs damit. Zusätzlich dürft ihr auf dem Raumkreuzer Hyperion mit verschiedenen Personen sprechen (erinnert an die alten Wing Commander Teile), euch die aktuellen Nachrichten im TV ansehen (sehr witzig) und am Spielautomaten in „Lost Viking“ (einem 2D-Shooter) auf Punktejagd gehen. Aber auch das Verbessern eurer Armee funktioniert auf den verschiedenen Decks des Raumschiffs. In der Bar trefft ihr einen Verbindungsmann für das Anheuern von Söldnern, das sind Elite-Einheiten verschiedener Truppentypen, im Labor baut ihr aus Zerg- und Protossrelikten neue Waffen, und beim hauseigenen Mechaniker können Upgrades für eure Panzer und Marines gekauft werden. Diese müssen dann, im Gegensatz zum Multiplayer, nicht mehr in jeder Mission entwickelt werden, sondern sind von Anfang an verfügbar. Überhaupt hat der Storymodus wenig mit dem Multiplayer-Erlebnis zu tun, schließlich schaltet ihr im Singleplayer-Modus auch viele Einheiten aus Teil 1 frei, bzw. ganz neue, die im Multiplayer gar nicht vorkommen. Das bringt mehr Abwechslung, schließlich habt ihr die Auswahl aus vielen Angriffsmöglichkeiten, macht den Solomodus aber leider zu keinem Trainingsplatz für Multiplayergefechte. Anfänger dürfen dafür in zahlreichen Tutorials die Grundzüge des Spiels lernen, damit auch wirklich jeder in den Genuss des Spiels kommen kann. Zumindest im Offline-Modus. Online gibt’s mit Sicherheit zunächst einmal eine auf die Zwölf.
Hätte Blizzard schon immer auf die Traditionsschiene gepocht, hätte es kein WarCraft 3 in der Form gegeben oder auch kein StarCraft. Es waren immer Spielelemente und Features dabei, die so noch nie in einem anderen Spiel vorgekommen sind (oder sie waren zumindest sehr gut abgekupfert ;) ). Meiner Meinung nach ist absoluter Stillstand - und das ist es was SC2 bietet - kein Argument FÜR ein Spiel. Ich habe damals auch C&C oder WarCraft I und II geliebt, heute ärgere ich mich über die umständliche Steuerung und dämliche KI. So könnte man auch bei bspw. bei C&C argumentieren, dass die Sammler einfach dumm wie Brot sein müssen, denn dass ist ja Tradition der Spielreihe und darf man ja nicht ändern ;)
Die Aufmachung des Briefings als "Neuerung" zu bezeichnen ist schon etwas billig. Ich persönlich kann damit gar nix anfangen, für mich zerstückelt es tlw. die Story sogar arg und das Entscheidungssystem ist spielerisch nicht besonders wertvoll.
Egal, für mich ist es einfach so, dass ich dem Hype absolut nix abgewinnen kann. IMHO ist SC2 ein gutes Strategiespiel, dass sich aber in vielen Bereichen den Genrekollegen geschlagen geben muss. Würde das Spiel nicht StarCraft 2 heißen, dann würde ich darauf wetten, dass es keine ganz so hohen Wertungen bekommen hätte.
wenn es so etwas wie ein gut/schlecht entscheidungssystem gibt, warum ist raynor gen ende so stur was seine zu ende bringen der aufträge anbelangt, wenn er doch von dem protoss'schen erinnungskristall weiß, zu was für einem ende es führt? -- aber gut, ich bin noch nicht ganz durch, vllt haben sich hier die authoren der story noch etwas einfallen lassen...
bin nun bei den letzten missionen auf -räusper-räusper- angekommen. jetzt ist richtig was los. nicht nur spielerisch, die missionen haben mir schon von anfang an recht gut gefallen, auch was die story angeht. hätte mir gewünscht es wäre von anfang so viel los gewesen, stichwort: space opera. dass man hier quasi nur teil1 von 3 der handlung spielt macht das nicht leichter verdaulich, schließlich lauft wings of lib. schlussendlich in gefahr, was den singleplayer anbelangt, das unbedeutende 5. rad am wagen zu sein, oder, no pun intended, das "the fellowship of the rings" der trilogie. sprich: viel erzählen, aber wirklich weiter gehen tut da nichts.
Eine wirkliche "Neuerung" ist halt die Aufmachung des Briefings - sicher, sowas gabs bereits (Wing Command anyone), allerdings ist das für den RTS Sektor was neues - und auch gut in Szene gesetzt (beispielsweise das Gespräch mit Matt, der drauf aufmerksam macht, das Tychus verkabelt ist). Genauso hat Blizzard ziemlich stark auf Micro gesetzt - EMP und Sniper vom Ghost sind da nur eine Kleinigkeit.
Alles in Allen: Ja, es spielt sich wie das eigentliche Starcraft - aber das ist auch gut so, denn mit den neuen Möglichkeiten wirds erst so richtig interessant.
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