Risen 2: Dark Waters
Piratensetting mit Charme, aber lahmer Story und lahmen Ende.
Die Titanenbedrohung war leider nicht mit der Vernichtung des Feuertitans aus Risen durch unseren namenlosen Helden abgewendet, sondern brach erst so richtig los und hat die alte Welt, bis auf die Küstenstadt Caldera, fast bis zur Gänze vernichtet. Genau hier verbringt unser namenloser Held seine Tage im Suff, bis seine alte Gefährtin Patty an die Küste gespült wird und ihm von einer Möglichkeit erzählt, die Weltmeere wieder sicher zu machen. Ihr Vater soll nämlich genau das Mittel kennen, das die Ungeheuer der Tiefe eindämmen kann. Kurzerhand machen wir uns im Geheimauftrag der Inquisition auf den Weg zur Insel Takarigua, um Kapitän Stahlbart zu finden.

Ab in die Südsee!
Typisch für Risen bzw. die Gothic-Serie kann unser Held am Anfang gar nichts und verfügt auch über keine nennenswerte Ausrüstung – gerade mal einen rostigen Säbel nennen wir unser Eigen. Dementsprechend sind auch einige der Gegner auf der ersten Insel recht knackig geraten, zumindest für euren anfänglich doch etwas hilflosen Zustand. Doch bereits bei unserer ersten Anlaufstelle in Takarigua, dem Stützpunkt der Inquisition, finden wir zahlreiche Möglichkeiten, uns zu verbessern. Viele der dortigen NPCs können uns nämlich etwas beibringen, den entsprechenden Obolus allerdings vorausgesetzt. Hier liegt, zumindest zu Beginn, eines der Probleme des Titels begraben: Man hat selten genügend Gold, um sich alles leisten zu können, was man eigentlich bräuchte. Grundsätzlich wäre das zwar nicht so schlimm, denn schließlich haben wir das ganze Spiel über Zeit, unsere Fähigkeiten auszubauen, und wenn wir bereits alles auf einmal hätten, wäre das wohl etwas langweilig, allerdings benötigen wir manche der Fähigkeiten, um bei Aufgaben weiterzukommen. Auf Takarigua gibt es zum Beispiel im dortigen Piratennest eine Quest, wo wir gegen Krabben kämpfen müssen. Um das zu tun, müssen wir vom dortigen Questgeber die Fähigkeit „Tritt“ erlernen, denn Krabben besiegt man am Besten, indem man sie mit einem gezielten Tritt auf den Rücken befördert und dann ihre schlechter gepanzerte Unterseite bearbeitet, während sie hilflos mit ihren Beinen in der Luft rudern. Der Tritt kostet uns aber satte 1.000 Gold, was zu diesem Zeitpunkt im Spiel einfach irrsinnig schwer aufzutreiben ist und die Verweildauer auf der Insel doch deutlich verlängert, da man nach Möglichkeiten sucht, sein Portemonnaie aufzubessern. Haben wir bis dahin schon fast alle Quests erledigt, müssen wir darauf zurückgreifen, die Fauna der Insel zu dezimieren, um das, was von ihnen fallen gelassen wurde, gewinnbringend zu verkaufen – und das dauert nun mal seine Zeit, da wir selbst für den wertvollsten Diamanten nie mehr als 250 Gold bekommen. Als positiver Nebeneffekt fallen allerdings auch Ruhmpunkte für uns ab, die wir für jeden besiegten Gegner und jede erledigte Quest bekommen und mit denen wir Attribute kaufen können.




