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Total War: Shogun 2 - Fall of the Samurai

Total War am Umbruch zur Moderne

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Seite: 123Fazit
Strategie Total War am Umbruch zur Moderne

Die globale Finanzkrise weitet sich zunehmend aus und zieht auch die Computerspielindustrie immer mehr in Mitleidenschaft. Dies hat für die Konsumenten unübersehbare Konsequenzen. Es erscheinen immer weniger große Titel und anstelle neuer IPs jagt ein Sequel das andere, wobei die erkennbaren Unterschiede zwischen Konkurrenten eines Genres von Jahr zu Jahr geringer werden. Doch wie jede Krise bietet auch die aktuelle Situation neue Chancen. Wem es gelingt, geschickt das zurzeit im Bereich der Großprojekte herrschende Innovations-Vakuum zu nutzen, dem winkt ein hoher Preis: die Gunst der Fans und die Möglichkeit, sich nicht nur zu beweisen, sondern vielleicht sogar dem Genre seiner Wahl (erneut) zu Glanz und Glorie zu verhelfen. Creative Assembly ist bereits vor zwölf Jahren ein Wagnis eingegangen. Damals machte sich das zuvor auf Sport-Titel spezialisierte Studio daran, ein neuartiges Konzept eines Strategiespiels zu entwickeln. Die daraus entstandene sehr erfolgreiche Total War-Reihe besteht bis heute als Urgestein des Strategie-Genres. Inzwischen sieht sich der Entwickler allerdings gleich zwei Krisen gegenüber. Abseits der sinkenden Risikobereitschaft der Spielebranche an sich, steckt auch der Markt für Strategietitel in einer immer schlimmer werdenden Flaute, die das ehemals bedeutende Genre seit langem in ein Nischendasein drängt. Doch auch in dieser Konstellation beweist Creative Assembly Mut zu Wagnis und Innovation. Zwar muss sich der Entwickler beileibe nicht mehr den Weg an die Spitze erkämpfen, allerdings hat das Studio umso mehr zu verlieren, wenn es sich daran macht, sein altes, traditionelles und Größtenteils auf PCs beschränktes Genre gegen die Flut von etablierten Multimillionen-Dollar-schweren Multiplattform-Franchises zu verteidigen.

Ein gewagtes Szenario als Weg zum Erfolg

Im ersten Stand-Alone Add-on zu Shogun 2: Total War finden sich Spieler in einer vergleichbaren Situation wieder. Auch hier steht die Notwendigkeit, Traditionelles neu zu erfinden, um sich im Wandel der zu Zeit behaupten, im Vordergrund. Während wir in Shogun 2 noch im feudalen Japan zur Hoch-Zeit der Samurai gegen gleichwertige Gegner mit gleichwertigen Waffen und Taktiken zu Felde gezogen sind, dreht sich in Fall of the Samurai alles um das Aufeinandertreffen und Verschmelzen alter Traditionen und neuer Einflüsse und die daraus erwachsenden Konflikte und Möglichkeiten. Das ungewöhnliche Setting, das Creative Assembly uns diesmal kredenzt, ist im Bereich der Computerspiele bislang nahezu unangetastet geblieben und wurde auch in Hollywood nur von dem wenig historischen, dafür umso dramatischeren The Last Samurai thematisiert. Das Add-on versetzt uns in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, wo wir uns entweder auf die Seite des Tennos oder des Togukawa Shogunats schlagen können, um die Herrschaft über ganz Japan zu erlangen. Dies geschieht in einer Zeit, als die jahrhundertelange Abschottung der Insel-Nation unter dem Togukawa Shogunat ein jähes Ende durch das Eintreffen einer amerikanischen Flotte findet und sich westliche Einflüsse im traditionsbewussten Land der aufgehenden Sonne breitzumachen beginnen. Mit der Ausweitung der Interessensphären europäischer Mächte halten nicht nur neue Ideen und Ideologien, sondern auch moderne Waffen und Strategien Einzug in Japan, die im harschen Kontrast zu der über Generationen gewachsenen Kultur des Landes stehen.

Seite: 123Fazit

Spielinformationen

Pro/Contra
  • erfrischendes historisches Szenario
  • Athmosphärische optische und akustische Effekte
  • Balancing traditionelle / moderne Kriegsführung
  • Online gegen Shogun 2-Spieler spielbar
Bewertung
9
10
9
9
8
Wertungen
91%
Singleplayer: 91% | Multiplayer: 91%